November(im/de)pressionen
Der November erweist sich in dieser Spielzeit als Monat der wichtigen Vorentscheidungen. In der russischen Premjer Liga bringen sich die realistischen Meisterschaftsanwärter langsam in Position, im fabelhaften Kubok Rossii zeichnet sich mehr und mehr das Halbfinale ab und im Europapokal steht eine Englische Woche an, die den internationalen Vertretern der heimischen Liga viel Kraft und Konzentration abfordert. Die Zwischenbilanz ist bis dato äußerst zufriedenstellend, denn in den Qualifikationsrunden hat sich nur Rubin Kasan aus der Europa League verabschiedet. Bleibt zu hoffen, dass die Premjer Liga auch für die KO-Runden zahlreiche Teilnehmer stellen wird.
Beginnen wir den traditionellen Rundblick aber im Ligabetrieb, wo die Sterne aktuell munter um die Sonne Ural Jekaterinburg kreisen. Der souveräne Spitzenreiter kann auswärts einmal mehr mit 3:2 bei FK Rostow erfolgreich punkten, bekommt aber im heimischen Stadion heftige Gegenwehr vom noch amtierenden Champion aus Krasnodar (4:4). Es ist schwer zu deuten, ob der Punkt am Ende Iceman_1990 nützt oder nicht doch die gute alte Torrausch-Regel gilt: „Bei einem Unentschieden freuen sich vor allem immer die anderen Mitspieler.“ Nicht sonderlich freuen dürfte man sich beim neuen und alten Tabellenführer jedenfalls über das Rest-TK. Zudem rückte an diesem ZAT Viktor mit Rubin Kasan ein gehöriges Stück näher, so dass sich der Verein aus Tatarstan Stück für Stück zu einem ernsthaften Anwärter auf den Gewinn der Meisterschaft mausert. Aber auch Amkar Perm und Netsrac bleiben in Schlagdistanz zur Spitze. Trotz heftigerer Gegenwehr daheim konnte das Urgestein der Liga immerhin fünf Zähler einfahren. Beim Blick auf die TK-Kraftreserven darf man in Perm überdies zuversichtlich sein, dass in dieser Saison ein Champions-League-Platz möglich ist. Nach einem kleiner Durchhänger zu Ligabeginn konnte osim sein Zenit Sankt Petersburg zuletzt in Reichweite zu den besonders prall gefüllten Fleischtöpfen der Liga positionieren. An diesem ZAT setzte es aber eine recht empfindliche 1:4-Pleite gegen Spartak, so dass der Club aus Leningrad den vierten Platz abgeben musste. Denn mit Siebenmeilenstiefeln (und sieben Zählern) machte sich der Meister auf, die Konkurrenz das Fürchten zu lehren. Mit Erfahrung und starkem Rest-TK schiebt sich McLover mit seinem FK Krasnodar deutlich nach vorne und bleibt natürlich ebenfalls ein aussichtsreicher Kandidat für den Titelgewinn. Letzter im Bunde der Meisterschaftsanwärter ist Andi von Hideta, der mit einem Taktikwechsel bei ZSKA Moskau für zwei äußerst TK-schonende Heimsiege sorgte und nun mit den besten Kraftreserven aller Spitzenteams aufwarten kann. In der Vorwoche wurden Lokomotive und Spartak Moskau zutreffend als Niemandsland der Liga tituliert. Während JDplayer89 diesen Status nach einem ziemlich verkorksten ZAT beibehält, nutzt redlion die Gunst der Stunde, um sich ins Mittelfeld zu hieven. Sechs Punkte aus einem unangenehmen ZAT mit zwei Auswärtspartien sind keine schlechte Bilanz, und ein präziser Blick auf das Rest-TK stimmt für den weiteren Saisonverlauf von Spartak ebenfalls zuversichtlich. Jegliche Zuversicht ist beim Schneckenrennen von Krylia Sowetow Samara und FK Rostow und den letzten freien Platz in der Liga momentan fehl am Platze. Immerhin ging der Aufsteiger aus Samara mit drei Zählern Vorsprung in den ZAT. Und genau diesen konnte man behaupten, da beide Mannschaften genau einen Punkt ergattern konnten, natürlich im direkten Duell von Not gegen Elend (2:2).
Im fabelhaften Kubok Rossii war in der vergangenen Woche ja bereits die allererste Entscheidung gefallen. In Gruppe A hatte sich Spartak Moskau souverän das Weiterkommen gesichert, so dass redlion in der aktuellen Spielrunde geflissentlich in den Schongang schalten konnte. Genau das ist auch passiert, so dass ZSKA und Zenit Sankt Petersburg je einen günstigen Heimsieg verbuchen durften. Leningrad wurde allerdings in einem weiteren Match von FK Rostow überrascht, die auch gegen Rubin Kasan erfolgreich Gegenwehr geleistet haben. Die besten Aussichten für den zweiten Halbfinalplatz hat nach der Schützenhilfe aus Rostow jetzt sicher der Armeeclub. In der Gruppe B waren bis dato noch keinerlei Vorentscheidungen gefallen. Mit überraschendem Einsatz erkämpfte sich Ural Jekaterinburg durch zwei Siege die Spitzenposition, während Verfolger Amkar Perm nur ein Match bestritt und dies gegen Ural verlor (0:3). Zu einem Opfer der trainerlosen Mannschaften wurde FK Krasnodar, die in Samara beim 4:4 einen bitteren Rückschlag erlitten und außerdem von Iceman_1990 abgeschossen wurden. Die besten Karten für ein Halbfinalticket hat nun Ural, denen das Weiterkommen in die Vorschlussrunde nicht mehr zu nehmen ist. Dahinter liegen Amkar Perm und Lokomotive Moskau am aussichtsreichsten positioniert, um nächste Woche das große Ziel zu erreichen. Die Messe ist in Gruppe B in Sachen Semifinale jedenfalls noch längst nicht gelesen.