Von Sankt Petersburg bis Wladiwostok

Premjer-Liga

Die russische Premjer-Liga bei Torrausch. Eingestellt — die Geschichte bleibt.

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Vereine
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Saisons
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Trainer
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Freie Vereine

Das Ende der Fahnenstange

Aktuell
30.03.2022Dimitry Utschkov

Die Würfel sind hinter den Kulissen gefallen. Aufgrund der russischen Invasion in der Ukraine wird es in der kommenden Saison keine Premjer Liga mehr geben. Seitens der Ligaleitung ist man sich nicht so ganz sicher, ob dies eine glückliche Entscheidung ist, es gilt allerdings natürlich das Votum der Mehrheit zu akzeptieren. Besonders bedauerlich ist dieses finale Urteil für langgediente Trainer wie Netsrac (mehr als 1.000 Spiele für Amkar Perm) oder auch für Viktor. An dieser Stelle möchte ich mich für die jahrelange Treue bedanken, die das Schreiben einer Kolumne erheblich erleichtert. Zwar wird noch ein letzter Meistertitel und ein finaler Pokalsieg ausgespielt, für die nächste Saison im Europapokal werden diese Erfolge aber voraussichtlich keine Rolle mehr spielen. Insofern wird sich die Ligaleitung ab jetzt nur noch auf die Auswertungen beschränken, der Rest ist ja nun mehr oder weniger egal. Vielleicht sieht man sich in anderen Ecken von Torrausch einmal wieder.

Nun kann man die Schließung der Liga selbstverständlich begründen. Deutlich weniger ersichtlich erscheint es allerdings, weshalb sich die Community dazu hat hinreißen lassen, als Alternative zu Rossiya eine neue Liga wiederzueröffnen. Als ob es keinerlei freie Vereine, keine Interimstrainer oder im Vergleich zur Realität deutlich kleinere Ligen gäbe, die man ggfs. aufstocken könnte. Nein, wider jeglicher Vernunft hat man sich dazu entschlossen mit Wales (!!!) eine Division zu eröffnen, deren realer sportlicher Wert irgendwo zwischen Moldawien und den Färöer-Inseln einzuwerten ist. Das muss man nicht verstehen, wo doch zusätzliche Ligaleiter immer eine knappe Ressource sind. Ein Strukturwandel hin zu deutlich weniger Ligen in Europa wird wieder einmal verschleppt, obwohl neue Coaches in Wales natürlich nur die alten Trainer aus anderen Spielklassen sein werden. Eine typische überflüssige Kannibalisierungsliga, die hier mal eben nebenbei durchgepeitscht wird.

Die Leitung der neuen Liga wird übrigens der geschätzte Marco1985 übernehmen, der noch als Coach von FK Krasnodar in bester Erinnerung geblieben ist. Und von ihm soll ich mitteilen, dass russische Neueinsteiger in Wales bevorzugt behandelt würden. Nun gut, die Botschaft ist somit überbracht. Aus subjektiver Sicht bösartiger Ligaleiter ist das Angebot in etwa so attraktiv wie ein 1-Euro-Gutschein für den Kauf eines Porsche Cayenne, aber auch das darf natürlich jeder anders bewerten. Das Angebot gilt übrigens nur für Übungsleiter ohne ausgeprägte Konsonantenallergie. 

Ansonsten wünscht die dahinschwindende Ligaleitung von Onkel Dimitry allen russischen Trainern für die persönliche Zukunft innerhalb & außerhalb von Torrausch alles Gute. Vielleicht kreuzen sich die Wege ja einmal in Europa oder auf fremden Kontinenten. Passt einstweilen gut auf Euch auf!

Ältere Meldungen

16
Mär 2022
Die Interimsliebenden
Wie in der Vorwoche versprochen, möchte sich diese Kolumne in dieser Woche auf das Sportliche beschränken, obwohl das nicht ganz so einfach ist. Hier richten wir natürlich einen ku…
von Dimitry Utschkov

Wie in der Vorwoche versprochen, möchte sich diese Kolumne in dieser Woche auf das Sportliche beschränken, obwohl das nicht ganz so einfach ist. Hier richten wir natürlich einen kurzen Blick auf die Neuzugänge (bzw. Altzugänge), die als Interimstrainer im schattigen Tabellenkeller ihr tristes Dasein fristen. Daher nochmals ein großer Dank an die geschätzten interimistischen Übungsleiter von FK Krasnodar, Dynamo Barnaul und Rubin Kasan, dass sie sich in relativ deprimierenden Zeiten der Herausforderung in Russland stellen.  

Keine sonderlich gute Nachricht waren unsere Neulinge vermutlich für Krylia Sowetow Samara und Spartak Moskau, die nun als einzige trainerlose Vereine zu klaren Außenseitern im Kampf um den Klassenerhalt geworden sind. Immerhin nehmen beide Clubs tabellarisch noch einen klitzekleinen Vorsprung auf die neureiche Konkurrenz mit in die Rückrunde. Wir dürfen also gespannt sein, in welche Richtung sich der Abstiegskampf in den nächsten Wochen entwickeln wird.

Doppelkorn - Der Moskovskaja-Fussball-Stammtisch:

Mit Jassix erlebt die Premjer Liga eine späte Premiere, denn wenn das Archiv nicht irrt, sollte sich mit ihr die allererste Dame auf einer russischen Trainerbank befinden. Und dies beim ehrwürdigen FK Krasnodar, der in der Vergangenheit schon mehrfach in Europa mit Titeln glänzen konnte. Zum Amtsantritt gelang der Trainerin ein günstiger Heimsieg, dazu versuchte sie mit offensiver Taktik ihr Glück in Jekaterinburg, was bestens gelang. Bei Dynamo Barnaul steht mit sf5078 ein guter alter Bekannter an der Seitenlinie, der mit der Mannschaft aus dem Altai bereits drei Trophäen erringen konnte. Die Rückkehr des Erfolgstrainers verlief vielversprechend, mit zwei sicheren Heimsiegen setzt man die Segel schon auf Kurs Klassenerhalt. Der dritte Neuling im Bunde ist Christian, der seine größten Erfolge in Polen erringen konnte und dort Legendenstatus innehat. Bei Rubin Kasan setzt er gleich auf volle Offensive und kann damit immerhin die Auswärtsattacke von Zenit kontern und einen sicheren Heimsieg gegen Dynamo Moskau einfahren. Nicht leicht wird es ab jetzt für die Teams von Spartak Moskau und Krylia Sowetow Samara. Während der Aufsteiger am siebten ZAT beachtliche sechs Punkte einfährt, rückt für Spartak der Abstieg in Richtung Zweitklassigkeit schon ein kleines Stückchen näher. Über derartige Probleme lacht man sich in der oberen Tabellenhälfte kaputt, die Meisterschaft oder die Qualifikation zur Champions League sind dort die Trauben, die man erreichen möchte. Eine Woche der Wahrheit stand an für Zenit Sankt Petersburg und Viktor, die mit einem mittelprächtigen 4:4 in Kasan begann. Dazu gesellen sich zwei billige 1:0-Heimsiege, so dass sich der Blick des Vereins wieder nach oben richtet. Eine ziemliche Sparwoche verbuchte Dynamo Moskau, wo Sir Topse nur einen Treffer verbuchen konnte. Dieser reichte aber immerhin, um Spartak zu bezwingen und das TK-Konto zu schonen. Unspektakulär verlief die Woche ebenso für GerryG und ZSKA Moskau, die daheim sicher gewannen, auswärts aber zu zögerlich auftraten. Für Ural Jekaterinburg und Iceman_1990 standen drei unangenehme Begegnungen auf dem Plan. Hoher Gegnerdruck gleich im ersten Heimspiel durch FK Krasnodar, danach eine fette Chance auf einen Dreier in Leningrad und zuletzt das Spitzenspiel gegen Amkar Perm. Aber nachdem Jassix in Jekaterinburg groß aufspielte und der Eismann das Scheunentor bei Zenit ausließ, konnten nur drei Punkte auf der Habenseite verbucht werden. Das 3:0 gegen Netsrac mag ein wenig trösten, da sich der Spitzenreiter aber rein auf sein Heimmatch gegen Rubin Kasan fokussierte (4:2), bleibt der Abstand des Clubs aus dem Ural auf den Rekordmeister unverändert. Amkar Perm kristallisiert sich dagegen immer mehr als der heißeste Anwärter auf den Titel heraus. Nicht nur der Vorsprung, sondern auch die Kraftreserven machen das Team aus Perm aktuell zum Favoriten.

Der Pokal, der Pokal, der hat immer Recht:

Der fabelhafte Kubok Rossii erlebt in dieser Woche eine kleine Kunstpause, bevor in den nächsten beiden ZAT die Tickets für das Halbfinale vergeben werden. Insbesondere in Gruppe A hat sich die Konstellation durch die Neuzugänge erheblich verändert. Aber auch in der Parallelstaffel haben die meisten Teams noch eine realistische Chance auf ein Weiterkommen in das Semifinale. 

Make Rossiya Great Again (Europapokal):

Cup der Gewinner: Angesichts der aktuellen Ereignisse in der Ukraine zählen die russischen Clubs momentan nicht gerade zu den Sympathieträgern in Europa. Vielleicht ist dies ein Grund, weshalb sämtliche Mannschaften aus Rossiya international mit erheblichem Gegenwind zu kämpfen hatten. Meister Dynamo Barnaul war durch ein 4:4 daheim am Mittel-ZAT ins Hintertreffen geraten, doch durchaus noch mit Chancen. Ein seltsamer Auswärtsangriff des FC Villarreal nahm sf5078 aber die letzte Chance auf ein Weiterkommen, obwohl man in Oslo souverän mit 5:2 gewinnen konnte. Am Ende reichte es für unseren Champion nicht einmal für einen Platz in der Europa League. Ein recht ähnliches Schicksal widerfuhr Vize Zenit Sankt Petersburg, die in ihrer Gruppe völlig chancenlos geblieben waren. Viktor beendete die Hauptrunde auf dem letzten Tabellenplatz, so dass ab jetzt die Champions League ohne russische Beteiligung weitergeführt wird.

Cup der Verlierer: In der Europa League ging das Debakel für russische Teams uneingeschränkt weiter. ZSKA Moskau hatte verhalten und umsichtig begonnen, geriet aber am Mittel-ZAT an sehr inspirierte Iren, wodurch beide Mannschaften letztlich in der Gruppe das Nachsehen hatten. Leider viel Pech also für GerryG, der als Gruppenletzter ausschied. Einen ungünstigen Spielplan musste Sir Topse mit Dynamo Moskau Tribut zollen. Mit mittelprächtigen Reserven wartete im heimischen Stadion ein Gegner, bei dem ein Angriff zu erwarten gewesen war. Der Hauptstadtclub entschied sich für das Prinzip Hoffnung, welches aber nicht aufging, so dass für ein weiteres Team aus der Premjer Liga Feierabend war. Blieb also nur noch Altmeister Netsrac mit Amkar Perm übrig, der erfahrenste Vertreter Russlands. Doch auch für den Rekordchampion war die Konstellation relativ ungünstig, so dass am finalen ZAT gegenüber den Wettbewerbern nur das Nachsehen blieb. Somit sind sämtliche russischen Vereine bereits vor den KO-Runden ausgeschieden. Ein verheerendes Debakel, das nur den kleinen Trost findet, dass es den Polen und Iren nicht besser ergangen ist. Geteiltes Leid soll ja in ausgesuchten Fällen nur halbes Leid sein.

09
Mär 2022
Zeitenwende
Es sind finstere Zeiten angebrochen. Wahrscheinlich geht es den meisten so, dass sich momentan ein bedrücktes Gefühl der Ohnmacht und der Fassungslosigkeit breit macht. Wir haben d…
von Dimitry Utschkov

Es sind finstere Zeiten angebrochen. Wahrscheinlich geht es den meisten so, dass sich momentan ein bedrücktes Gefühl der Ohnmacht und der Fassungslosigkeit breit macht. Wir haben doch 2022! Jahrzehntelange (vermeintliche) Gewissheiten sind abhanden gekommen, dafür geraten plötzlich unangenehme und ernüchternde Fragen auf den Tisch. Es ist wahrlich eine düstere Zeitenwende eingetreten, die die nächste(n) Generation(en) prägen wird. Beschämend allerdings, wenn uns im Westen bereits jetzt das Gejammer über hohe Benzinpreise ereilt, während anderenorts Familien um ihr Leben bangen müssen. Wir müssen uns leider in unseren ziemlich kommod gewordenen Zeiten daran erinnern, dass Freiheit in der Vergangenheit selten kostenlos zu haben gewesen ist. 

Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle an die fleißigen Zeitungsschreiber aus Jekaterinburg und aus Moskau, die ihre persönliche Sicht der Dinge artikuliert haben. Niemand lässt der Krieg in der Ukraine und das Leid der Menschen dort kalt, umso eindringlicher sind die Texte von GerryG und speziell die persönliche Sicht von Iceman_1990 zu verstehen. 

Kommen wir noch kurz auf den russischen Ligabetrieb zu sprechen. Momentan beschäftigt man sich im Hintergrund natürlich auch damit, wie es in Zukunft mit der Premjer Liga weitergehen soll. Hierzu gibt es im Forum eine Abstimmung, an der sich selbstverständlich auch alle Trainer aus der Liga beteiligen können (und sollten). Eine weitere Zäsur steht bei der Ligaleitung an. Aufgrund von Zeit- und Motivationsproblemen wird Onkel Dimitry diese Kolumne am Ende der Saison aufgeben. Es war immer der persönliche Anspruch, eine ausführliche (und ein bisschen humorige) Begleitung des Geschehens vorzunehmen. Dies ist zuletzt viel zu selten gelungen, und da keine Besserung in Sicht ist, erfolgt der Schritt als Rücktritt vom Amt des Ligaleiters. Eine weitere Änderung finden die Trainer ab heute umgesetzt: es gibt jetzt bei einigen Clubs Interimstrainer! So ganz sicher ist man sich bei der Ligaleitung nicht, ob dies eine gute oder eine schlechte Idee ist. Es ist aber Fakt, dass irgendetwas passieren musste, um den Einfluss des Zufallsgenerators zu begrenzen. Mich würde aber natürlich das Feedback aus der Community zu diesem Thema interessieren. Und kommende Woche reden wir dann wieder mehr über sportliche Aspekte. Ehrenwort von Ehrenmann!

23
Feb 2022
Torrausch expandiert
Nicht nur Russland, sondern auch das Torrausch-Universum ist in der vergangenen Woche ein ganzes Stück expandiert. Als neue Ligen werden nunmehr die Major League Soccer (MLS) in de…
von Dimitry Utschkov

Nicht nur Russland, sondern auch das Torrausch-Universum ist in der vergangenen Woche ein ganzes Stück expandiert. Als neue Ligen werden nunmehr die Major League Soccer (MLS) in den USA und die höchste Spielklasse Mexikos angeboten. Wer also gerne einen Zweitverein auf einem anderen Kontinent zu Ruhm und Ehre führen möchte, kann dies ab jetzt tun. Es könnte sein, dass sogar noch weiteren Ligen demnächst Eingang in Torrausch finden. Aktuell gibt es den Wunsch aus der Community, eventuell noch Brasilien und/oder Argentinien hinzuzunehmen. Wobei man natürlich immer im Auge behalten muss, ob man die Front nicht eventuell überdehnt und weitere halbleere Divisionen jenseits des großen Teiches kreiert. Das wäre ja auch nicht zielführend.

Apropos Überdehnung von Fronten: Angesichts der jüngsten politischen Ereignisse steht Russland selbstverschuldet im internationalen Fokus. An dieser Stelle daher der klare Hinweis, dass wir hier völlig unpolitisch und aus Spaß an der Freude nun einmal zufällig mit Teams aus Rossiya agieren und keinen Zusammenhang mit der Realpolitik herstellen möchten. Falls es also jemand zynisch finden mag, dass der russische Ligabetrieb einfach so weiter stattfindet, bitte ich von den aktuellen realen Gegebenheiten (zumindest im Kontext von Torrausch) zu abstrahieren. Das alles hat nichts miteinander zu tun. Es wird aber für Neulinge natürlich die Attraktivität der Liga auch nicht erhöhen. 

Doppelkorn - Der Moskovskaja-Fussball-Stammtisch:

Schauen wir lieber auf das sportliche Geschehen. In der zweiten Hälfte der Tabelle haben sich in der Zwischenzeit die trainerlosen Vereine eingefunden. Das vernachlässigte Rubin Kasan konnte zuletzt immerhin den ersten Sieg einfahren und den Abstand auf die übrigen darbenden Clubs ein kleines Stückchen verringern. Letztendlich wird sich aus dem Kreis der fünf Mannschaften ohne Übungsleiter der Absteiger herauskristallisieren. Im Moment kann es noch jeden treffen. Vor dem Asteroidengürtel der Tristesse befinden sich mit viel Sicherheitsabstand die (mehr oder weniger) lebendigen Teams. Den fünften Rang belegt aktuell Dynamo Moskau, die daheim beim 3:6 gegen ZSKA mächtig unter die Räder kamen. So wie es schaut, hat Sir Topse einen Freund fürs Leben gefunden. In Torrausch gilt nur meistens das Motto, das sich vor allem die anderen freuen, wenn sich zwei Trainer zu richtig auf dem Kieker haben. ZSKA gegen Dynamo wäre auch ein schönes Pokalfinale, oder nicht? Schauen wir aber weiter auf die Liga: dort hat Zenit Sankt Petersburg mit sechs Zählern einen ordentlichen ZAT hingelegt. Viktor hat erneut viel versucht, die Strategie ging aber nur teilweise auf. Einen Punkt mehr konnte dagegen GerryG mit ZSKA ergattern. Der fleißige Schreiberling setzte daheim gegen trainerlose Clubs auf die Heim-1, was natürlich immer doch ein hohes Risiko darstellt und beim 1:1 gegen Rubin Kasan nicht zum Erfolg führte. Wenig Gegenwehr daheim und fester Gegenwind in der Fremde, so könnte man den ZAT von Ural Jekaterinburg und Iceman_1990 zusammenfassen. Macht zusammen sieben Punkte und eine insgesamt ordentliche Ausgangslage. An der Tabellenspitze sah der Spielplan für Amkar Perm drei Begegnungen mit den trainerlosen Clubs vor. Erfolgscoach Netsrac überließ nichts dem Zufall und sicherte sich mit drei Siegen die perfekte Punkteausbeute und zieht somit weiter ganz oben in der Tabelle einsam seine Bahnen. Bis dato wirklich eine beeindruckende Saison von unserem dienstältesten Übungsleiter.

Der Pokal, der Pokal, der hat immer Recht:

Eigentlich müsste es für die Vereine mit realen Übungsleitern ja weitgehend eine Formsache sein, sich für das Halbfinale des fabelhaften Kubok Rossii zu qualifizieren. Aber da der Pokal doch seine eigenen Gesetze hat, lohnt es sich, einen Blick auf die ersten beiden ZAT zu werfen. In Gruppe A gab es am ersten ZAT nur Heimsiege, was nur für das heimspielfreie FK Krasnodar eine schlechte Nachricht war. In der zweiten Runde änderte sich die Dynamik nur ein ganz bisschen, denn Viktor und Zenit Sankt Petersburg konnten beim 3:3 in Barnaul einen Auswärtspunkt abstauben. Obwohl noch nicht viel passiert ist, sind die Vertreter aus Fleisch und Blut in einer guten Position. Zenit hat mit sieben Punkten die Tabellenspitze erklommen und ZSKA Moskau grüßt mit prallem TK-Polster aus dem Hintergrund. In Gruppe B gab es dagegen doch schon mehr Action. Ural Jekaterinburg und Dynamo Moskau spielten am ersten ZAT daheim jeweils Remis, nur Krylja Sowetow Samara und Amkar Perm konnten ihre Heimspiele erfolgreich absolvieren. Jetzt gab es neben Heimsiegen nur ein einziges Unentschieden, dieses allerdings zwischen Altmeister Perm und Dynamo Moskau.  Entstanden ist eine eigentümliche Konstellation, in der der Aufsteiger aus Samara in der Tabelle nach ganz vorne gespült wurde, während die drei Favoriten allesamt ein bisschen unter Zugzwang geraten sind. In 14 Tagen geht es dann im wunderbaren Kubok Rossii mit dem dritten ZAT weiter. 

Make Rossiya Great Again (Europapokal):

Cup der Gewinner: Ziemlich aussichtslos war die Situation für Ural Jekaterinburg, nachdem der Verein am Mittel-ZAT von Feyenoord Rotterdam ziemlich auf die Hörner genommen worden war. Eine kleine Chance für einen Verbleib in der Europa League bestand noch, aber Malmö FF konnte sich mit einem Heimsieg gegen die Mannschaft des Eismanns den dritten Tabellenplatz sichern, so dass die internationalen Ambitionen von Ural leider ein doch recht frühes Ende finden. Somit treten in der Hauptrunde nur noch Meister Dynamo Barnaul (mit Interimscoach sf5078!) und Vizemeister Zenit Sankt Petersburg mit Viktor an. Beide Mannschaften sind in schwierige, aber nicht gänzlich unlösbare Gruppen gelost worden. Lassen wir uns also ab kommender Woche überraschen.

Cup der Verlierer: Drei namhafte russische Vertreter kämpften in den Play-Offs um ein Ticket in die Hauptrunde der Europa League. Bereits früh hatte Sir Topse mit Dynamo Moskau einen sicheren Kurs in Richtung Weiterkommen eingeschlagen, mit klaren Heimsiegen wurde das Schiff danach ohne größere Probleme in den Hafen gebracht. Nun wartet mit Malmö FF, dem Wiener SC und Wisla Krakau eine machbare Gruppe. Auf seine Heimstärke konnte sich in der Vorrundenphase auch Amkar Perm verlassen. Letztlich setzten vier Erfolge in der Heimat die Basis für eine starke Performance. In der Hauptrunde trifft Netsrac auf Ajax Amsterdam, AS Rom und Wattenscheid. In der gezeigten Form darf man sich in Perm auch hier einiges ausrechnen. Zum Sorgenkind in den Play-Offs war zunächst ZSKA Moskau mutiert. GerryG korrigierte seinen Fehlstart aber souverän durch einen perfekten Mittel-ZAT und zwei kompromisslose finale 6:0-Heimsiege. Als Belohnung gibt es für den Armeeclub das Ticket für die Gruppenphase, in der PEC Zwolle (Niederlande), der Queens Park FC aus Schottland und FK Sarajevo die Gegner sind. Das sind in der Summe keine leichten Aufgaben, hier ist bei GerryG wieder einmal äußerste Wachsamkeit gefordert.

09
Feb 2022
Die Hälfte ist geschafft
Der geneigte Leser dieser Kolumne mag sich fragen, ob bereits Spirituosen gereicht worden sind ob der seltsamen Überschrift. Doch der Titel bezieht sich nicht auf die Saison in Ros…
von Dimitry Utschkov

Der geneigte Leser dieser Kolumne mag sich fragen, ob bereits Spirituosen gereicht worden sind ob der seltsamen Überschrift. Doch der Titel bezieht sich nicht auf die Saison in Rossiya, wo heute erst der zweite ZAT auf dem Programm stand. Er beschreibt vielmehr die Tatsache, dass leider in der Liga nun Parität besteht zwischen trainerlosen Clubs und echten Übungsleitern aus bestens abgehangenem Fleisch und Blut. Es hatte sich angedeutet, aber nun ist es geschehen: wort- und grußlos hat sich Grimson 84 bei Rubin Kasan von seinem Trainerstuhl verdrückt und lässt das Traditionsteam aus Tatarstan etwas ratlos zurück. Immerhin konnte der Coach eine Meisterschaft erringen, als er 2021-1 alle arrivierten Platzhirsche doch ein wenig überraschte. Bleibt zu hoffen, dass wir den Abgänger irgendwann einmal wieder in Russland begrüßen dürfen.

Da Neuzugänge nicht in Sicht sind, geht die Tristesse zunächst weiter. Im Pokal wird Rubin Kasan dann in der kommenden Woche vom Zufallsgenerator übernommen. Denn der ziemlich fabelhafte Kubok Rossii öffnet nächsten Mittwoch seine Pforten. Wahrscheinlich war es noch nie so einfach, das Halbfinale zu erreichen. Aber vielleicht haben sich die trainerlosen Clubs ja viel vorgenommen.

Doppelkorn - Der Moskovskaja-Fussball-Stammtisch:

Aus Zeitgründen erfolgt heute nur das kurze Zwischenfazit, dass Amkar Perm und Netsrac enorm stark in die Spielzeit gestartet sind. Doch die hirngesteuerte Konkurrenz lauert auf den folgenden Plätzen auf ihre Chance und hofft auf Gnade der trainerlosen Vereine. Was will man machen? Ach, richten wir doch lieber den Blick auf den Europapokal. Da geht es schließlich schon um die Wurst.

Make Rossiya Great Again (Europapokal):

Cup der Gewinner: Aus der russischen Liga fand sich in der zweiten Qualifikationsrunde einzig der Eismann und das Team von Ural Jekaterinburg wieder. In der Gruppe 3 ist am ersten ZAT nicht viel passiert, alle vier Mannschaften konnten ihre Heimspiele mit mehr oder weniger Aufwand nach Hause bringen. Es bleiben für Iceman_1990 die Chance für ein Weiterkommen absolut intakt.

Cup der Verlierer: Gleich drei Vertreter Russlands waren in den Play-Offs zur Europa League aktiv. In Gruppe 2 gelang Dynamo Moskau ein meisterhafter Schachzug. Sir Topse gelang ein günstiger Heimerfolg gegen Benfica Lissabon und zudem ein 2:1-Auswärtssieg beim englischen Pokalsieger Crystal Palace. Ein Start nach Maß, den es jetzt formvollendet ins Ziel zu bringen gilt. Das exakte Gegenteil erlebte GerryG mit ZSKA Moskau, der (ausgerechnet) von Österreichern ausgeguckt wurde. Da wäre die Ballertaktik dann doch die bessere Option gewesen, da sich immerhin sechs von neun Teams für die Hauptrunde qualifizieren. Jetzt braucht es einen Husarenstreich und vor allem gute Nerven. Den goldenen Mittelweg beschritt Amkar Perm, wo man einen 4:0-Heimerfolg in die heimische Scheune brachte und auswärts zunächst das Risiko reduziert hatte. So bleibt für Netsrac alles möglich, mit UD Las Palmas steht das erste Team in Gruppe 5 schon mächtig unter Druck. Die russische Trainerlegende wird schon wissen, was hier zu tun ist, um am Ende bei den zwei Dritteln an Mannschaften zu sein, die den Sprung in die nächste Runde schaffen.

02
Feb 2022
Oleg Blochin is back
Auch wenn in Russland derzeit ein massiver Substanzverlust zu verzeichnen ist, so gibt es aus anderen Ecken von Torrausch (unerwartet) gute Kunde. Der hoch geschätzte User Wasserla…
von Dimitry Utschkov

Auch wenn in Russland derzeit ein massiver Substanzverlust zu verzeichnen ist, so gibt es aus anderen Ecken von Torrausch (unerwartet) gute Kunde. Der hoch geschätzte User Wasserlasser bemüht sich aktuell nach Kräften, einige technische Verbesserungen und Modernisierungen der Webpräsenz vorzunehmen. Wer in den letzten Tagen einmal einen Blick ins Forum geworfen hat, dem dürfte das optisch etwas ansprechendere Design aufgefallen sein. Man darf gespannt sein, was sich in den nächsten Wochen noch an Veränderungen ergeben wird. Es ist aber zumindest schon einmal klasse, dass sich jemand bemüht, mit hoher Motivation hier Verbesserungen in die doch schon ein wenig in die Jahre gekommenen Strukturen zu bringen.

Eine brillante Idee von Wasserlasser war es außerdem, die alten Regionalpokale wiederaufleben zu lassen. So wird es eine neue Auflage des legendären Oleg-Blochin-Pokals geben, in dem sich osteuropäische Mannschaften miteinander messen können und dürfen. Teilnahmeberechtigt sind sämtliche Trainer aus Russland, Polen und vom Balkan. Anmeldungen für den Pokal können über das Forum gerne direkt an Wasserlasser übermittelt werden. Alternativ können die Übungsleiter einen Hinweis hinsichtlich Teilnahmewunsch an Onkel Dimitry übermitteln. Es wäre doch gelacht, wenn nicht der erste Oleg-Blochin-Pokal seit Urzeiten den Weg nach Rossiya finden würde.

Doppelkorn - Der Moskovskaja-Fussball-Stammtisch:

Der Start in eine etwas eigentümliche Spielzeit ist erfolgt, in der vor allem die trainerlosen Vereine (bedauerlicherweise) eine nicht ganz unwesentliche Rolle spielen werden. Bitter ist vor allem die nicht ganz unerwartete Tatsache, dass Grimson 84 erneut nicht an der Seitenlinie in Tatarstan bei Rubin Kasan aufgetaucht ist und somit ein weiterer Abgang droht. Schauen wir angesichts des frühen Zeitpunkts der Saison nur kurz auf die Clubs, die einen Coach aus Fleisch und Blut auf der Payroll haben. Ein besonders gutes Näschen hat zum Start der Liga Altmeister Netsrac bewiesen, der sowohl die Abwesenheit des Trainers von Rubin Kasan völlig korrekt antizipiert hat und zudem souverän gegen zwei Mannschaften ohne externe Unterstützung siegte. Perfekte neun Punkte aus drei Begegnungen bei nur einem Heimspiel sind wahrlich ein beeindruckender Beginn. Bei ZSKA stand der ZAT dagegen unter dem Motto „V - wie Vendetta“. Mit einem 7:0 rächte sich GerryG am neuen Erzrivalen Dynamo Moskau, der dem Coach des Armeeclubs zum Ende der vergangenen Spielzeit mächtig in die Suppe gespuckt hatte. Viel mehr versuchte ZSKA nicht, dennoch erbte das Team einen glücklichen Punkt beim 0:0 in Kasan. Drei trainerlose Rivalen bot der Saisonstart für Viktor und Zenit Sankt Petersburg. Eine doch recht kurvenreiche Strecke, die der Lieblingsverein von Wladimir Wladimirowitsch letztlich mit sieben Zählern meistern konnte. Zwei Heimspiele waren für Sir Topse und Dynamo Moskau eine gute Chance, mit soliden sechs Punkten zu starten, was mittels der doppelten H3 recht sicher gelang. Trotz geringer Gegenwehr ging der Start in der Liga für Rubin Kasan und Grimson 84 in die Hose. Wo steckt der Übungsleiter aus Tatarstan bloß? Ein mickriger Zähler bleib am Ende übrig, obwohl man nur insgesamt zwei Gegentore kassierte. Bleibt zu hoffen, dass es in der nächsten Woche in Kasan die Rückkehr des arrivierten Trainers zu feiern geben wird. Mit zwei Auswärtsbegegnungen startete Ural Jekaterinburg in die Liga. Während man daheim ohne Schwierigkeiten Spartak Moskau bezwang, wurde es auswärts für Iceman_1990 ein bisschen ungemütlicher. So reichte es in Krasnodar nur zu einem Unentschieden (3:3), womit der Eismann die erste Spielwoche mit insgesamt vier Punkten abschließt. Aber natürlich ist zu diesem frühen Zeitpunkt noch nichts entschieden, das Rennen hat bekanntlich gerade erst begonnen. 

Make Rossiya Great Again (Europapokal):

Cup der Gewinner: In der letzten Woche hat der misanthropische Chronist Dynamo Moskau und Sir Topse bekanntlich keine großen Chancen für ein Weiterkommen beigemessen. Dank des recht unorthodoxen Setzverhaltens der irischen Konkurrenz geht es für das Team aus der Hauptstadt in der Europa League weiter. Da hat man wirklich mächtig Dusel gehabt! Am kommenden Dienstag steigt Ural Jekaterinburg mit Iceman_1990 in der zweiten Qualifikationsrunde zur Königsklasse ins Geschehen ein, während der russische Champion Dynamo Barnaul (noch ohne Übungsleiter) und Vizemeister Zenit Sankt Petersburg (Viktor) sich noch ein wenig gedulden dürfen.

Cup der Verlierer: Sang- und klanglos endete der Auftritt von Rubin Kasan und Grimson 84 in der ersten Vorrunde. Acht Niederlagen aus acht Spielen erweisen sich zudem als ziemlich fette Bürde in der Fünfjahreswertung, wo ein weiteres Abrutschen von Rossiya nur schwer zu verhindern sein wird. Hoffentlich machen es die übrigen Vertreter der Premjer Liga ein großes Stück besser. Neben Dynamo Moskau beginnt der Ernst des Lebens für ZSKA Moskau (GerryG) und für Amkar Perm (Netsrac). Gespielt werden die Play-Offs, in denen in jeder Gruppe sechs von neun Mannschaften den Sprung in die Hauptrunde schaffen. Eigentlich das perfekte Format, um ohne Setzexperimente weiterzukommen. Aber es wäre ja nicht Torrausch, wenn es simple Patentrezepte für einen Erfolg im internationalen Geschäft gäbe. Insofern sind die Daumen der Ligaleitung für alle fest gedrückt!

25
Jan 2022
Bonjour Tristesse
In der kommenden Woche startet die russische Premjer Liga wieder in eine taufrische Saison. Eine exzellente Möglichkeit also, um Wunden aus der Vorsaison zu lecken und offene Rechn…
von Dimitry Utschkov

In der kommenden Woche startet die russische Premjer Liga wieder in eine taufrische Saison. Eine exzellente Möglichkeit also, um Wunden aus der Vorsaison zu lecken und offene Rechnungen mit der mißliebigen Konkurrenz zu begleichen. Sofern sich bis zum nächsten Sonntag keine weiteren Mitspieler finden sollten, bleibt es bei der aktuellen Belegung der Teams. Im (unwahrscheinlichen) Fall von Neuzugängen würden die betroffenen Spieler aber nochmals separat per Mail informiert. Für die aktuelle Spielzeit ist keine Pause vorgesehen, die Saison soll im Wochentakt durchlaufen und somit am 20. April ein neuer Champion gekrönt werden. Der fabelhafte Kubok Rossii beginnt wie gewohnt parallel zum 3. ZAT und endet zeitgleich mit der Liga. Der Spielplan ist bereits auf der entsprechenden Seite einsehbar, so dass auch schon Spielzüge abgegeben werden können.

Leider mussten wir am Jahresende mit sf5078 einen unerwarteten Abgang verkraften. Der Trainer aus Barnaul vervollständigte mit der Meisterschaft seinen russischen Trophäensatz und versucht sein Glück nun in der Schweiz. Somit starten mit Titelverteidiger Dynamo Barnaul, FK Krasnodar, Spartak Moskau und Aufsteiger Krylja Sowetow Samara insgesamt vier Mannschaften ohne Coach in die Saison. Nach hervorragenden Jahren (auch im Europapokal) ist ein bisschen Tristesse in der großen Russischen Föderation eingekehrt, denn eine Belegung von nur 60% der Vereine ist schon etwas dürftig. Ehrlicherweise muss man zugeben, dass dieser Rückschritt für eine Ligaleitung nicht sonderlich motivierend ist, wobei hierfür die aktuellen Übungsleiter ja nichts können. Also bleibt nur die Option, das Bestmögliche aus der Situation zu machen und zu hoffen, dass das gegenwärtige Wellental in einigen Wochen oder Monaten nur eine temporäre Anekdote bleibt.

Doppelkorn - Der Moskovskaja-Fussball-Stammtisch:

Normalerweise findet sich an dieser Stelle immer eine ausführliche Saisonvorschau von Ligaleiter Onkel Dimitry, der eine fundierte Analyse aller Protagonisten vornimmt und stets mit einer äußerst sachlichen Prognose aufwarten kann. Aus Zeit- und Motivationsgründen entfällt diese allerdings an dieser Stelle. Stattdessen blicken wir auf die unveränderten Regeln des Pokalwettbewerbs und die lausige Performance der russischen Vertreten im gerade erst begonnenen Europapokal.

Der fabelhafte Kubok Rossii (Modus & Regeln):

Gespielt wird eine Vorrunde mit zwei Fünfergruppen, von denen jeweils zwei Mannschaften am Ende der Gruppenphase das Halbfinale erreichen. Gestartet wird mit einem Start-TK von 16, das die Übungsleiter noch durch akkurate Zeitungsartikel in gewohnter Manier aufstocken können. Die Gruppenvorrunde erstreckt sich über 5 ZAT, wobei insgesamt 8 Spiele absolviert werden. Dabei hat natürlich logischerweise in einer Fünfergruppe jeder Club an jeweils zwei Spieltagen spielfrei. Es gilt durchgehend die Pokalregel, dass Heimtore 0,8 TK und Auswärtstreffer 1 TK kosten.

Für Halbfinale und Finale werden die Teilnehmer mit neuen einem Start-TK von 6 ausgestattet. Aus der Vorrunde kann zudem ein maximales Rest-TK von 1 mitgenommen werden. Außerdem erhalten die beiden Gruppensieger ein Bonus-TK in Höhe von 0,5. Das Halbfinale wird in Form von Hin- und Rückspiel ausgetragen, wobei der Sieger von Gruppe A auf den Zweiten der Gruppe B trifft. Dementsprechend duelliert sich der Sieger der Gruppe B mit dem Gruppenzweiten aus A, um die beiden Finalteilnehmer zu ermitteln. Das Endspiel findet auf neutralem Platz statt, wie gewohnt kostet dort ein Treffer ein TK von 1. Und dann sollte der neue Pokalsieger feststehen.

Make Rossiya Great Again (Europapokal):

Cup der Gewinner: Zu einem ungewöhnlich frühen Zeitpunkt beginnen die Qualifikationsrunden zu Königsklasse und Verliererpokal. Deshalb durfte/musste Sir Topse mit Dynamo Moskau ziemlich früh ans Werk. Nach vier Partien stehen für den Erfolgscoach zwei Siege auf der Habenseite, das TK-Konto ist aber schon reichlich mitgenommen. Bei Lichte betrachtet meint es der Spielplan mit dem Hauptstadtclub nicht sonderlich gut, so dass ein reichlich frühes Aus zu befürchten ist. Zwar ist ein Sprung in die Europa League noch denkbar, allerdings müsste Dynamo hier schon von der Glücksgöttin Fortuna einen Zungenkuss erhalten. Damit wird aber eher nicht zu rechnen sein. 

Cup der Verlierer: Die Kirsche auf den deprimierenden Start hat allerdings in der Qualifikation zur Europa League das Team von Rubin Kasan hingelegt. Übungsleiter Grimson 84 hat es leider bei allen vier Begegnungen nicht an die Seitenlinie geschafft, so dass die Mannschaft aus Tatarstan Kanonenfutter für sämtliche Rivalen darstellte. Das ist bedauerlicherweise eine schallende Ohrfeige für Russland in der Fünfjahreswertung, wo in Zukunft ein weiteres Abrutschen der Liga droht.

Ewige Ehrentafel (Hall of Fame):

Dmitri-Wassiljew-Medaille (für besondere Verdienste, goldene Ausführung):

Netsrac (Amkar Perm): für großartige Erfolgsbilanz, Vereinstreue und Kontinuität bei Torrausch

Dmitri-Wassiljew-Medaille (für besondere Verdienste, silberne Ausführung): 

Fuchur (FK Krasnodar): für vielfältige Triumphe in der Liga und im internationalen Wettbewerb

Dmitri-Wassiljew-Medaille (für besondere Verdienste, bronzene Ausführung):

McLover (FK Krasnodar): für Erfolge in der Liga und fabelhaften Gewinn der Europa League

Viktor (Zenit Sankt Petersburg): für Mehrfachtriumphe in Liga und Pokal sowie Kontinuität in Liga

sf5078 (Dynamo Barnaul): für das Triple aus Meisterschaft, Pokal und der Europa League

Alexander-Pushkin-Award (für Literatur): 

McLover (FK Krasnodar): für regelmäßige und ausführliche Schilderungen zu Spielen und Verein

GerryG (ZSKA Moskau): für lebhafte und geistreiche Berichte aus dem Innenleben von ZSKA

22
Dez 2021
Endspurt für die Ewigkeit
Kurz vor dem Weihnachtsfest ist es vollbracht, die Premjer Liga schließt pünktlich ihre Pforten und hofft, sämtliche Übungsleiter in einigen Wochen wieder zu einer neuen Saison im …
von Dimitry Utschkov

Kurz vor dem Weihnachtsfest ist es vollbracht, die Premjer Liga schließt pünktlich ihre Pforten und hofft, sämtliche Übungsleiter in einigen Wochen wieder zu einer neuen Saison im kalten Russland begrüßen zu dürfen. Allen Trainern sei an dieser Stelle ein Frohes Fest und ein reibungsloser und böllerfreier Übergang in ein hoffentlich erfreuliches und gesundes Jahr 2022 gewünscht. Danke für die ausgebliebenen NMR und die Bewahrung einer lebhaften Presselandschaft, obwohl uns ja mit Marco1985 (FK Krasnodar) ein fleißiger Schreiberling gen England verlassen hatte. Schön wäre es natürlich, wenn wir noch den ein oder anderen Neuzugang in Rossiya begrüßen könnten.

Bevor Irrlicht Onkel Dimitry den traditionellen Saisonabschluss übernimmt, sei darauf hingewiesen, dass dieser diesmal etwas anders gestaltet wird. Die klassischen Zeugnisse entfallen, stattdessen liegt der Fokus auf dem Herzschlagfinale in der Liga, das wirklich epische Züge angenommen hat. Soviel sei vorab verraten: Wer vor diesem ZAT die Top 5 in der richtigen Reihenfolge vorhergesagt hätte, würde vermutlich sofort als Afghanistan-Berater der neuen Bundesregierung eingestellt oder erhielte bei Tipico lebenslanges Hausverbot. Insofern robben wir uns Stück für Stück an eine letzte Spielrunde heran, an die man sich in Russland noch lange (positiv wie negativ) erinnern wird. 

Der Pokal, der Pokal, der hat immer Recht:

Beginnen die Onkel ausnahmsweise mit fabelhaftes Kubok Rossii, wobei leider passiert kleineres Malheur auf die Anreise. Hat gedacht Dimitry, dass würde sein besonders schlau, wenn man direkt würde kommen zu Elfmeterschießen. Das bedeuten große Vorteil, weil nix Verkehrschaos in Stadt, sondern ganz lässig erreichen Stadion mit Bonanzarad ohne müssen umfahren blöde Blechlawine. Bei kurzes Stärkung an Glühweinstand dann bisschen gewundert, weshalb schon Feuerwerk über Luzhniki und warum viel Zuschauer mit eingerolltes Fahnen geschlichen weg von Gelände. Daher schnell noch gekauft Bratwurst und fix rein nach Innenraum. Und da dann standen an Anzeigetafel in großes Lettern: Ural Jekaterinburg vs ZSKA Moskau 2:1. Keine Ahnung, wie passiert! Jedenfalls Titel wandern an Iceman_1990, die bezwingen Titelverteidiger und sacken ein Silberware. Dickes Glückwunsch an das Mannschaft aus Jekaterinburg zu zweite Triumph in wunderbar Kubok Rossii. Von Spieler von ZSKA und GerryG zu diesem Zeitpunkt schon nix mehr auf Spielfeld zu sehen.

Doppelkorn - Der Moskovskaja-Fussball-Stammtisch:

Muss sich Chronist in dieses Woche entschuldigen bei Trainer von Amkar Perm und Rubin Kasan. Denn wir uns konzentrieren auf Meisterschaftskampf von fünf Titelanwärter, deshalb Netsrac und Grimson 84 kommen etwas kürzer als eigentlich verdient. Beides Vereine aber beenden Spielzeit mit ordentliches Schlussrunde und sich qualifizieren souverän für Europa League, wobei für Rubin beginnen Wettbewerb früh. An Tabellenende gehen Scheinwerfer aus für freundliches Lokomotive, die nicht mehr schaffen Sensation und bleiben zurück hinter Spartak und FK Krasnodar. Doch nun richten wir Flutlicht auf Meisterschaftsentscheidung. Vor Aufregung Onkel schon schwitzige Hände! 

Ausgangssituation: Vor letztes ZAT an Spitze von Liga sich befinden Zenit und Dynamo Moskau mit jeweils 60 Punkte. Dahinter lauern ZSKA Moskau mit 59 Zählers und dickes TK-Konto, noch in unmittelbares Reichweite außerdem Dynamo Barnaul und Ural Jekaterinburg (je 57 Punkte).

36. Spieltag: ZSKA und GerryG erringen lässiges Pflichtsieg gegen chancenlose Krasnodar (4:2). Auch Ural Jekaterinburg und Coach Iceman_1990 sich halten schadlos gegen trainerlose Spartak und holen fettes Auswärtssieg. Dies gelingen ebenfalls Dynamo Barnaul bei Amkar Perm, so dass sf5078 verbleiben in Lauerstellung. In direktes Duell treffen aufeinander Viktor und Sir Topse, die beide schon mit arg strapazierte Kraftreserve. Zenit gewinnen Gurkenkick mit 1:0 und behalten die Tabellenführung. Barnaul und Jekaterinburg schließen auf zu Dynamo Moskau, dazwischen ZSKA mit nur eine Zähler Rückstand auf Team aus Leningrad.

37. Spieltag: Ural Jekaterinburg mit machbares Aufgabe gegen Rubin Kasan, die lösen ganz ohne Schwierigkeiten. Dynamo Barnaul gewinnen dazu wenig überraschend gegen schwächelnde Zenit, während Dynamo Moskau entfachen ultraheißes Lokalderby gegen ZSKA. Nach wahre Torfestival gewinnen Heimteam mit 7:5, während Armeeclub konsterniert fahren zurück nach Kaserne.

Ausgangssituation: Vor letzte Spieltag vier Mannschaften (Zenit, Ural, Barnaul, Dynamo Moskau) mit 63 Punkte, dahinter folgen ZSKA mit nur eine winzige Zähler Abstand.

38. Spieltag: Früh sich zeichnen ab, dass Ural Jekaterinburg nichts mehr zuzusetzen, in Perm war für die Eismann (außer Platz in Champions League) nix zu holen. Auch Dynamo Moskau gewesen völlig platt nach episch Match gegen ZSKA, so dass gehen unter bei Spartak. Die Horror dagegen gehen weiter für demoralisiertes Armeeclub, die von die seit Wochen auf letzte Rille fahrende Zenit düpiert (4:3) und nicht einmal qualifizieren für Königsklasse! In Leningrad aber Freude riesengroß über fabelhafte Ressourcenmanagement und unerwartetes Vizemeisterschaft. Ein bisschen Glück gehören manchmal bei Spielplangestaltung dazu. Locker sich sichern mit 4:1 gegen Eisenbahner Dynamo Barnaul die perfekte ZAT und als Folge die allererste Titel in Premjer Liga! Pozdravleniye an sf5078, der nach Pokalsieg und Europa League erstmals erringen der russische Meisterschaft! 

Wildfremdes Menschen liegen sich in Barnaul jubelnd in die viel zu dickes Armen. Ein langes und rauschendes Nacht stehen das Altai wohl bevor.  Wahrscheinlich sf5078 niemals werden müssen mehr bezahlen Stutenmilch an lokales Imbissstand. Das sein schon beneidenswert. Dagegen man anderenorts heute werden müssen wohl trocknen große Marmeladeglas voll mit Tränen. Trotzdem gehen große Lob ebenfalls an starkes Rivalen, die haben gesorgt für unvergessliche Saisonfinale.

Fuchs der Saison:

Es kann nur Einen geben, haben schon behauptet das kernige Highlander. Und bei rückständiges Region in gebirgige Hinterland man müssen in Rossiya sofort denken an die unterprivilegierte Altai, wo Stromversorgung so zuverlässig wie Impfpass von Markus Anfang. Jedenfalls zu erste Mal man sich dort können freuen über russisch Fußballmeisterschaft. Verantwortlich dafür sein Erfolgscoach sf5078, der aufgestiegen wie Phönix aus die Asche nach ziemlich mieses Vorsaison. Das sollte die anderen Übungsleiter motivieren, dass sich Wind immer können drehen richtig schnell. Die einzige wahre Fuchs von abgelaufenes Saison sein allerdings die Trainer von Dynamo Barnaul.

Eimer der Saison:

Neuzugang mit Maserati machen Sache ziemlich leicht. Natürlich kann geben mit markus nur eine verdiente Sieger, denn kurze Übernahme von Amtsgeschäfte bei Lokomotive gewesen nur rostiges Sargnagel für Traditionsverein. Während Übungsleiter wahrscheinlich Tantiemen von 80er-Hits auf Baleareninsel verhuren und versaufen, Eisenbahner müssen treten an wieder einmal bitteres Gang in Zweitklassigkeit. An Stelle von markus ich in Zukunft immer würde gucken an Bahnübergang, ob Schranke nicht möglicherweise gelassen oben aus Rache. Sein nur kleine Tipp von die Onkel.

Dmitri-Wassiljew-Medaille (in Bronze):

Die Medaillensatz sein komplett. Nach Pokalsieg und Triumph in kompliziertes Europa League sich haben endlich geholt russisches Meistertitel sf5078. Somit Coach sein überreif, um einzugehen in langes und ruhmreiches Geschichte und Analen von Rossiya und bekommen sonniges Plätzchen auf Ehrentafel von Liga. Onkel Dimitry und Dmitri Wassiljew gratulieren Coach aus Altai. Müssen in nächste Saison gewinnen Champions League, dann vielleicht sogar geben Silbermedaille. Bleiben nur offenes Frage, was zur Hölle eigentlich bedeuten sf5078? Vorschläge von die Konkurrenz sind in diese Kontext stets herzlich willkommen. Die Onkel mag da gar nicht spekulieren.

Alexander-Pushkin-Award (für Literatur):

Gewesen furchtbares und total verkorkstes Saisonende für ZSKA. Dennoch bekommen zumindest kleine Trostpreis Coach GerryG, der haben bereichert Prawda mit ausführliches und gut lesbares Berichte zu sportliches Geschehen bei Armeeclub und zu Liga im allgemeinen. Somit verleihen an die langjährige Übungsleiter von ZSKA das nur höchst selten vergebene Award für unterhaltsames Texte mit besondere Esprit und Witz. Möge diese Preis eine Ansporn sein, um in Zukunft weiterhin spannendes Berichte zu verfassen und vielleicht demnächst anderes Trophäen zu gewinnen. Nach 2019-1 finden Alexander Pushkin endlich wieder würdige Nachfolger, denn GerryG sich nun dürfen rühmen als einzige aktive Preisträger in die Premjer Liga. Das sein nix schlechte Omen, kann man sehen an Karriere von McLover. Das nun sein Benchmark für Coach von ZSKA. Mindestens.

Saisonbilanz (2021-3):

Meister: Dynamo Barnaul (sf5078), erster Meistertitel für Trainer und für Verein

Pokalsieger: Ural Jekaterinburg (Iceman_1990), zweiter Pokalsieg für Gespann

Vizemeister: Zenit Sankt Petersburg (Viktor), direkte Teilnahme an der Champions League

Dritter Platz: Ural Jekaterinburg (Iceman_1990), Teilnahme an Qualifikation Champions League

Vierter Platz: Dynamo Moskau (Sir Topse), Teilnahme Qualifikation für Champions League

Europa League Play-Offs: ZSKA Moskau (GerryG), Amkar Perm (Netsrac)

Europa League Qualifikation: Rubin Kasan (Grimson 84)

Fuchs der Saison: sf5078 (Dynamo Barnaul)

Ewige Ehrentafel (Hall of Fame):

Dmitri-Wassiljew-Medaille (für besondere Verdienste, goldene Ausführung):

Netsrac (Amkar Perm): für großartige Erfolgsbilanz, Vereinstreue und Kontinuität bei Torrausch

Dmitri-Wassiljew-Medaille (für besondere Verdienste, silberne Ausführung): 

Fuchur (FK Krasnodar): für vielfältige Triumphe in der Liga und im internationalen Wettbewerb

Dmitri-Wassiljew-Medaille (für besondere Verdienste, bronzene Ausführung):

McLover (FK Krasnodar): für Erfolge in der Liga und fabelhaften Gewinn der Europa League

Viktor (Zenit Sankt Petersburg): für Mehrfachtriumphe in Liga und Pokal sowie Kontinuität in Liga

sf5078 (Dynamo Barnaul): für das Triple aus Meisterschaft, Pokal und der Europa League

Alexander-Pushkin-Award (für Literatur): 

McLover (FK Krasnodar): für regelmäßige und ausführliche Schilderungen zu Spielen und Verein

GerryG (ZSKA Moskau): für lebhafte und geistreiche Berichte aus dem Innenleben von ZSKA

16
Dez 2021
Spitz auf Knopf
Etwas später als gewohnt kommt es heute zur Auswertung des vorletzten ZAT der Premjer Liga. Die traditionelle Weihnachtsfeier im TrinkGut-Getränkemarkt Sheffield-Süd zeigte sich ur…
von Dimitry Utschkov

Etwas später als gewohnt kommt es heute zur Auswertung des vorletzten ZAT der Premjer Liga. Die traditionelle Weihnachtsfeier im TrinkGut-Getränkemarkt Sheffield-Süd zeigte sich ursächlich verantwortlich für die Verzögerung. Scheinbar scheint der konsequente Verbrauch der Ladenhüter dazu geführt zu haben, dass Ligaleiter Dimitry Utschkov ein wenig unpässlich ist. Er hat aber hoch und heilig versprochen, in der kommenden Woche den finalen Spieltag in der Liga und das Finale im fabelhaften Kubok Rossii wieder höchstpersönlich zu analysieren. In der Zwischenzeit schauen wir auf das sportliche Geschehen in Rossiya, das wieder gewohnt viel zu bieten hatte.

Denn ohne allzu viel zu verraten kann man konstatieren, dass der russischen Eliteliga ein ziemlich heißer Endspurt bevorsteht. Zudem schauen wir auf die Halbfinalbegegnungen im Pokal, wo zwei Kracher auf dem Programm standen. Und wir werfen in dieser Kolumne einen letzten Blick auf die in dieser Saison ausbaufähige internationale Performance der heimischen Teams. Mit Amkar Perm hatte es noch ein einsamer Vertreter in das Viertelfinale der Europa League geschafft.

Doppelkorn - Der Moskovskaja-Fussball-Stammtisch:

Was ist das Gegenteil von einem Countdown? Keine Ahnung, wir zählen in dieser Woche aber die erzielten Ligapunkte einfach hoch und schauen, was dies für Auswirkungen auf die Tabelle hatte. Klingt komisch, ist aber so. Wo ist man himmelhoch jauchzend und wo zu Tode betrübt? Sekt oder Selters, Barfuss oder Lackschuh, Blur oder Oasis? Die Antworten gibt es jetzt und hier.

0 - Das letzte Saisonviertel läuft nicht so richtig für Grimson 84 und Rubin Kasan. In dieser Woche setzte es drei Pleiten für den Verein aus Tatarstan, der am Schluss auf dem siebten Rang das Ziel erreichen wird. Insofern kann man in Kasan schon bald den Diercke-Weltaltas heraussuchen, denn in der Qualifikation zur Europa League muss man in der Regel schon recht früh antreten.

1 - Ein lausiges Unentschieden und das natürlich gegeneinander. Auch für die trainerlosen Teams aus Moskau brachte der ZAT nur wenig Freude. Während man bei Spartak kurz vor dem Finale ein kleineres Polster auf den Abstiegsplatz sein eigen nennen darf, belegt Lokomotive Moskau genau diesen ungeliebten Schleudersitz in Liga 2. Es drohen harte Zeiten für Eisenbahnfreunde.

3 - Das trainerlose Krasnodar konnte durch einen Erfolg gegen Dynamo Moskau die Pufferzone zu den Eisenbahnern auf drei Zähler vergrößern. Drei Punkte erscheinen dagegen auf den allerersten Blick eine mäßige Ausbeute für einen Titelanwärter wie ZSKA Moskau. Doch GerryG hat exzellent antizipiert und den Armeeclub auf die Heimaufgabe gegen Lokomotive fokussiert. Auswärts gab es 12 Gegentreffer, so dass es clever war, das Pulver trocken zu halten. In der Tabelle liegt ZSKA mit 59 Zählern auf dem dritten Rang, hat aber für die Zielgerade die größten TK-Reserven.

6 - Allesamt im Kampf um die Plätze in der Champions League (oder gar um die Meisterschaft?) befinden sich Dynamo Moskau, Ural Jekaterinburg und Zenit Sankt Petersburg. Dabei zeigt Viktor einmal mehr perfekt, wie man mit wenig Sprit die zweite Saisonhälfte bestreitet. Ein Auswärtssieg in Kasan und ein Heimsieg bringen 60 Punkte und die Tabellenführung für Zenit! Punktgleich liegt Sir Topse mit Dynamo Moskau auf der Lauer. Ein Sieg bei den Eisenbahnern und ein Heimerfolg gegen Ural lassen nun alles möglich erscheinen. Apropos Ural. Der Iceman_1990 konzentrierte sich auf sein zwei Partien in Jekaterinburg, wo insbesondere ZSKA mit 0:7 (!) unterging. Der Lohn sind 57 Punkte (drei Zähler Abstand zur Tabellenspitze). Vor dem Hintergrund der mittelprächtigen Kraftreserven erscheint eine Titelverteidigung von Ural zum jetzigen Zeitpunkt unwahrscheinlich.

9 - Ein makelloser ZAT! Diese Bewertung gilt für Amkar Perm und für Dynamo Barnaul. Während Netsrac mit seiner Mannschaft sicheren Kurs auf die Europa League nimmt, schiebt sich sf5078 mit seinem Team auf den vierten Rang. Ein auskömmliches Rest-TK und drei Punkte Rückstand auf Zenit und Dynamo Moskau bringen die Champions League in Schlagdistanz. Ob es aber zum ganz großen Wurf langen wird, das werden wir erst in der kommenden Woche erfahren.

Der Pokal, der Pokal, der hat immer Recht:

Epische Duelle standen im fabelhaften Kubok Rossii im Semifinale auf dem Speiseplan. So trafen Ural Jekaterinburg und Zenit Sankt Petersburg aufeinander. Schon im Hinspiel ging es hoch her im Sektor des Eismanns. Mit 4:1 schickte der Iceman_1990 die Mannschaft von Viktor zurück nach Leningrad. Doch dort bastelte man akribisch an einer möglichst listigen Strategie, um den Gegner zu übertölpeln. Allerdings ging dies zunächst gehörig schief, und zur Halbzeit stand ein doch etwas ernüchterndes 1:2 an der Anzeigentafel. Aber plötzlich platzte der Knoten bei Zenit und man drehte das Match bis zur 70. Minute in ein 5:2. Somit fehlte nur noch ein Treffer für das Weiterkommen! In der 88. Spielminute lief der Club aus Sankt Petersburg aber in einen Konter, mit dem Ural zum 3:5 verkürzte. Mit dem Schlusspfiff der Partie gelang Zenit noch das 6:3, aufgrund der Auswärttorregel durfte man allerdings in Jekaterinburg jubeln. ZSKA Moskau vs Dynamo Barnaul war der zweite Leckerbissen im Halbfinale. Mit 4:2 gewann der Armeeclub das Hinspiel souverän, im Altai wartete aber das Fegefeuer. Mit einem deutlichen 4:0-Vorsprung ging das Team von sf5078 in die Pause, während GerryG nur entnervt den Kopf schüttelte. Seine Laune hatte sich nach 60 Minuten nicht wirklich verbessert, drei Tore waren bei einem Zwischenstand von 1:6 noch für das Erreichen des Endspiels erforderlich. ZSKA kämpfte sich in der 87. Minute auf 3:6 heran und bekam schon tief in der Nachspielzeit einen Elfmeter zugesprochen. Der Kapitän des Armeeclubs lief an… stockte… und schob den Ball lässig halbhoch mittig in den Kasten. Ekstase bei ZSKA, Totenstille in Barnaul! Das Finale in der kommenden Woche lautet Ural Jekaterinburg vs ZSKA Moskau!

Make Rossiya Great Again (Europapokal):

Cup der Verlierer: Nachdem sich mit dem Eismann und Ural Jekaterinburg der vorletzte russische Verein im Achtelfinale aus dem Wettbewerb verabschiedet hatte, lagen die Hoffnungen einzig und allein bei Amkar Perm und Trainerikone Netsrac. Dabei standen die Vorzeichen schlecht, denn mit  Lyn Oslo wartete ein Club mit auskömmlichen Reserven auf den Rekordmeister. Dieser konnte das Hinspiel im Viertelfinale dann zwar mit 1:0 erfolgreich gestalten, durch die 1:3-Auswärtsniederlage in Norwegen endete aber die europäische Reise für Amkar. Trotzdem natürlich eine wirklich starke Leistung von Netsrac, der einmal mehr viele wertvolle Punkte für die Fünfjahreswertung einfahren konnte. Insgesamt war das Abschneiden der Russen allerdings dürftig, was in der übernächsten Spielzeit zum Verlust eines Qualifikationsplatzes für die Champions League führen wird. Bleibt zu hoffen, dass in 2022-1 der internationale Abwärtstrend der Liga gestoppt werden kann.

01
Dez 2021
SOKO Rossiya
Eines haben wir in dieser Woche gelernt. Denn laut Aussage der Nationaltrainerin des deutschen Frauenfussballteams ist es nicht möglich, ein hübsches Länderspiel zu einer attraktiv…
von Dimitry Utschkov

Eines haben wir in dieser Woche gelernt. Denn laut Aussage der Nationaltrainerin des deutschen Frauenfussballteams ist es nicht möglich, ein hübsches Länderspiel zu einer attraktiven Sendezeit anzupfeifen, da dann immer „SOKO Soundso“ ermittelt und die kickenden Damen narkotisierend auf die Einschaltquote wirken. Und da ist dann natürlich auch in Russland der Groschen gefallen! Die Liga benötigt mehr True Crime, um neue Trainer anzulocken und ihre Attraktivität zu steigern. Aus diesem Grund werden sich die russischen Übungsleiter heute in heikler Mission befinden, um notorischen Verbrecherbanden und fiesen Einzeltätern entschlossen das Handwerk zu legen.

Eine hochspannende Woche liegt hinter der Premjer Liga und den angrenzenden Wettbewerben. Im immer fabelhaften Kubok Rossii endete die Gruppenphase, so dass wir endlich freudestrahlend die zwei Halbfinalbegegnungen verkünden können. Zudem wurde im Europapokal die Hauptrunde abgeschlossen, bevor es ab Freitag dann in die direkten Duelle geht. Wie die Vertreter aus unserer russischen Liga abgeschlossen haben, entnehmen Sie bitte der Packungsbeilage und fragen Ihren Schwiegervater oder den Nachbarn von einem Arzt oder Apotheker. Doch schauen wir im ersten Schritt auf den Ligabetrieb, wo der Meisterschaftskampf voll entbrannt ist.

Doppelkorn - Der Moskovskaja-Fussball-Stammtisch:

Kombiniere, kombiniere. Die Spuren am Tatort sind eindeutig, es muss sich im hochanständigen und unbestechlichen Fussballverband der Russischen Föderation ein abscheuliches Verbrechen zugetragen haben. Schließlich sieht es aus wie auf einem frischen Schlachtfeld, was aber auch an einer Festivität der Funktionäre gelegen haben könnte. Jedenfalls ist überall rote Flüssigkeit auf dem Boden vorzufinden, vermutlich Blut, Krimsekt oder Cabernet Sauvignon. Gleich dreifach war Kommissar Zufall in der vergangenen Woche auf der Spur und konnte dabei jeweils drei bis vier frische Hinweise ergattern. Das Rennen bleibt spannend, welcher Anwärter nach den Prüfungen übernommen wird und wer danach im Keller die Akten sortieren darf. Einer sicheren Fährte folgte Amkar Perm mit Forensiker Netsrac, der allerdings aufgrund anderer Prioritäten nur wenig Energie investieren konnte. Mit 42 Spuren und einem gut gefüllten Werkzeugkoffer gilt es nun, die letzten neun Zeugen zu befragen. Eine identische Anzahl an Asservaten weist sf5078 auf, der zuletzt mit erschwerten Wetterbedingungen im Altai zu kämpfen hatte. Dadurch bleibt der Instrumentenkasten aber gut gefüllt bis zur Auflösung des Falles und die Möglichkeit einer Beförderung intakt. Fünfter auf der Liste der Kommissaranwärter ist gegenwärtig Grimson 84, der sich weiterhin in einer sehr guten Position befindet, um in der nächsten Runde von Interpol angefordert zu werden. Auf einer ziemlich heißen Spur befindet sich ebenfalls GerryG, dem traditionell gute Kontakte zu Militär und  Geheimdiensten nachgesagt werden. In dieser Woche liefert er jedenfalls perfekt ab, indem er das komplette Arsenal an Reserven für seine Zwecke nutzt. Es soll sich übrigens auf dem Teppich des lokalen Fussballverbandes um handelsüblichen Krimsekt gehandelt haben. Ein Triumvirat kommt stattdessen zu einem anderen (aber identischen) Ergebnis: Spur 48 soll den Schlüssel zur Lösung des Kapitalverbrechens liefern. Hierüber ist man sich in Jekaterinburg, Sankt Petersburg und in der Hauptstadt einig. Für Sir Topse ein gelungener Sprung in die Nähe der Fleischtöpfe, während man in Leningrad langsam den Reservekanister bemühen muss. Dies bedeutet für Viktor, dass er sich in den kommenden Wochen besonders vorsichtig durch die Russische Föderation bewegen muss. Mehr Budget und Personal stehen dagegen im Ural auf den letzten Metern zur Verfügung. Wird es etwa Iceman_1990 gelingen, den/die üblen Halunken zu überführen? Handelt es sich vielleicht um einen Serientäter? Schalten Sie in jedem Fall am nächsten Mittwoch wieder zur Crime Time ein bei SOKO Rossiya, dann müssen Sie sich auch garantiert keinen Damenfussball anschauen. Und das ist ja schon mal was. Sagen zumindest Sherlock Holmes, Nick Knatterton und Horst Tappert.

Der Pokal, der Pokal, der hat immer Recht:

Lang und steinig war der Weg, doch zumindest vier Vereine haben das Ziel Semifinale unter mehr oder weniger großen Strapazen erreicht. In Gruppe A gelangen ZSKA Moskau die erwarteten zwei Heimsiege, um sich an Zenit Sankt Petersburg vorbei an die Tabellenspitze zu schieben. Während man in Leningrad auf Stoßgebete und das Prinzip Hoffnung setzen musste, kam es jetzt also auf die Performance von Dynamo Moskau an. Die Ausgangslage war klar: zwei Matches bei Vereinen mit ohne Übungsleiter, die möglichst beide gewonnen werden sollten. Aber schon nach dem Remis bei Spartak wurde es eng für Sir Topse. Zwar kann sein Club noch mit 4:3 bei Lokomotive Moskau gewinnen, doch die Tordifferenz gibt knapp den Ausschlag zugunsten von Billy Joel und Leningrad.  Für Amkar Perm und Rubin Kasan war die Messe ohnehin schon vor den letzten Spielen gelesen. Auch in Gruppe B wurde es spannender als zunächst vermutet. Denn durch den Erfolg in Rostow und die gleichzeitige 2:5-Niederlage von Dynamo Barnaul in Perm hatte plötzlich FK Krasnodar ein   richtig gutes Blatt auf der Hand. Barnaul und sf5078 konnten mit einem 3:1 über Rubin Kasan zwar in der Tabelle punktemäßig gleichziehen, mussten nun aber auf einen hohen Sieg im Parallelspiel von Ural Jekaterinburg über FK Krasnodar hoffen. Und der Eismann tat mit einem 4:0 dem Verein vom Altai den Gefallen und sicherte sich selbst den Spitzenplatz in der Gruppe. Somit stehen zwei monumentale und überaus fesselnde Halbfinalpartien fest: ZSKA Moskau vs Dynamo Barnaul und Ural Jekaterinburg vs Zenit Sankt Petersburg. Die beiden Begegnungen sind übrigens für den 15. Dezember angesetzt. Mehr Nervenkitzel kann man nun wirklich nicht verlangen.

Make Rossiya Great Again (Europapokal):

Cup der Gewinner: In der europäischen Presse hatte es der Coach von Ural Jekaterinburg schon treffend vorweggenommen. Durch die Arbeitsverweigerung von Pogon Stettin war für den Eismann nichts mehr in Sachen Achtelfinale zu machen. Letztlich begnügte sich Iceman_1990 völlig zurecht damit, den dritten Rang abzusichern und maximales TK für die Europa League mitzunehmen. Dort wartet nun mit Sporting Lissabon ein komplizierter Gegner auf Augenhöhe. Eine relativ verzwickte Situation hatte auch Amkar Perm vorzufinden. Es war klar, dass Newcastle auswärts attackieren würde und die anderen Rivalen darauf aus waren, sichere Heimsiege einzufahren. Insofern muss man Netsrac ein großes Lob dafür zollen, die richtige Strategie gefunden zu haben, um zumindest im kleineren Europapokal weitermachen zu dürfen. Das sind sehr wichtige Punkte, um ein weiteres Abrutschen Russlands in der Fünfjahreswertung zu verhindern. In der Zwischenrunde kommt es zu einem Vergleich mit Schachtjor Donezk aus der Ukraine. Das wird nicht gerade ein Spaziergang. Die Champions League findet dagegen ab jetzt leider komplett ohne russische Beteiligung statt.

Cup der Verlierer: Was erlauben GerryG? Das könnte man sich in Anlehnung an einen blondierten ehemaligen deutschen Nationalspieler fragen. Der Übungsleiter von ZSKA Moskau verschläft den letzten Gruppen-ZAT und scheidet somit sang- und klanglos aus der Europa League aus. Schade, denn es wäre sicherlich viel mehr möglich gewesen. Für Rubin Kasan waren die Lichter schon vor den letzten beiden internationalen Begegnungen ausgegangen. Dennoch schlägt sich Grimson 84 hier sehr achtbar und fährt noch zwei späte Siege ein. Letztlich war die Hypothek der Konstellation in der Gruppe aber zu groß, als dass es noch für ein Weiterkommen hätte reichen können.